Unter anderem wegen der sehr geringen Anlagezinsen befinden sich am Markt immer mehr Anleger und Investoren, die etwas spekulativer eingestellt sind. Der Trend hin zu Spekulationen, die auch Privatanleger vornehmen, existiert allerdings bereits seit mehr als fünf Jahren. Beliebt ist dabei insbesondere das Forex-Trading, also der Handel mit Devisen. Die weitaus meisten Trader handeln mit eigenem Kapital, aber manche Kunden denken ebenso zumindest darüber nach, ob es vielleicht Sinn macht, das Forex-Trading per Kredit zu finanzieren.

Grundlagen des Handels sollten bekannt sein

Unabhängig davon, ob es lohnenswert und sinnvoll sein kann, das Forex-Trading per Kredit zu finanzieren, sollten die Grundlagen des Handels stets bekannt sein. Zum Forex-Trading lernen gehört vor allem eine passende Strategie, aber auch mit den gängigen Fachbegriffen sollte sich der Trader bestens auskennen. Sind die wichtigsten Grundlagen vorhanden, kann beispielsweise über ein Demokonto des Forex-Brokers langsam begonnen werden, den Handel zu trainieren und Strategien auszuprobieren.

Forex-Trading beinhaltet stets automatisch einen Kredit

Was insbesondere Anfänger beim Devisenhandel oftmals zu Beginn gar nicht wissen: Das Forex-Trading als solches beinhaltet bereits automatisch einen Kredit, der seitens des Forex-Brokers zur Verfügung gestellt wird. Dieser Kredit wird auch als Hebel bzw. Leverage bezeichnet. Konkret heißt das, dass der Forex-Broker seinen Kunden meistens zwischen dem 20- und 400-fachen des eigenen Kapitaleinsatzes leiht. Stellt der Broker beispielsweise einen Hebel von 200:1 zur Verfügung, so bedeutet das, dass der Kunde für einen Umsatz von 200 Euro lediglich einen Euro eigenes Kapital aufwenden muss. Wer also beispielsweise eine Devisenposition im Gegenwert von 50.000 Euro handeln möchte, der benötigt beim Hebel von 200:1 lediglich 250 Euro eigenes Kapital.

Für wen kann eine Finanzierung des Devisenhandels sinnvoll sein?

Auf Basis der zuvor erwähnten Grundlage benötigen insbesondere private Anleger sicherlich selten einen Kredit, um das Forex-Trading zu finanzieren. Zumindest 200 bis 500 Euro eigenes Kapital sollte eigentlich jeder Trader selbst aufbringen können, womit sich bereits größere Devisenpositionen handeln lassen. Dennoch gibt es auf der anderen Seite einige Tradergruppen, die in der Praxis tatsächlich das Forex-Trading auf Kreditbasis durchführen. Dazu gehören beispielsweise die folgenden Trader:

  • institutionelle Händler (beispielsweise Fonds)
  • Unternehmen, die ihre Währungsgeschäfte absichern möchten
  • sogenannte Heavy-Trader

Alle zuvor genannten Tradergruppen zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie teilweise enorm große Devisenpositionen handeln. In diesen Fällen werden beispielsweise täglich nicht nur 50.000 Währungseinheiten gehandelt, sondern nicht selten bewegt sich das Volumen zwischen 500.000 und mehreren Millionen Währungseinheiten. Dann ist es selbst unter Einbeziehen des vom Forex-Broker zur Verfügung gestellten Hebels so, dass der eigene Kapitaleinsatz im fünf- oder sogar sechsstelligen Bereich notwendig wäre. Dies wiederum erfordert mitunter eine Finanzierung durch einen Bankkredit, der natürlich stets mit Kosten (Zinsen) verbunden ist.

Fazit zum Devisenhandel auf Kredit

Grundsätzlich sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass das Forex-Trading auf Kreditbasis zwar möglich ist, aber natürlich ein zusätzliches Risiko beinhaltet. Der Trader steht dann nicht nur bezüglich der erzielbaren Rendite beim Devisenhandel unter Druck, sondern zusätzlich dadurch, dass er Schulden zurückzahlen muss. Daher sollte dieser Schritt gut überlegt werden und ist sicherlich zunächst einmal für den normalen Privatanleger und Trader nicht empfehlenswert.

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